====== Aktuell ====== {{ :aktuell:clos_sainte_theres.jpg?380&nolink}} //Die JEVs sammeln viele persönliche Erfahrungen während ihres Einsatzes. Diese spiegeln sich in [[aktuell:rundbriefe:start|Blogs und Rundbriefen]] wider.// \\ \\ //In ihren [[aktuell:erfahrungsberichte:start|Erfahrungsberichten]] erzählen Ex-JEVs entweder rückschauend auf ihren Einsatz, oder themenverwandt in Veröffentlichungen anderer Publikationen.// \\ \\ //Aber auch aktuelle [[aktuell:termine|Termine]], die auch für die vielen Ex-JEVs interessant sein können, finden hier ihren Platz.// ==== 1000 JEV-Jahre – Ein Interview mit der Jubilarin ==== {{:jevverein:new_icons_32.gif|}} {{:aktuell:oekt_luzia.jpg?200&nolink }} Sie nennen sich selbst „JEVs“. JEV – Das steht nicht für „Jeder ein Verrückter“, sondern für „Jesuit European Volunteers, dem Freiwilligendienst der deutschen Jesuiten. Gegründet wurde er 1986 von Pater Horst Knott SJ und während den vergangenen 24 Jahren haben JEVs ihren Sozialdienst in Rumänien, Mexiko, Deutschland oder sonst wo auf der Welt verbracht. Als Luzia Pfeiffer (20) aus Bamberg sich im letzen Jahr entschied mit JEV für ein Jahr nach Tuzla in Bosnien zu gehen, ahnte sie noch nicht, dass sie das JEV-Team als die 1000. JEV in ihren Reihen begrüßen würde... //Luzia, du hast dich im letzten Jahr entschieden nach Tuzla in Bosnien zu gehen, warum?// **Für mich war es klar, dass ich nach der Schule ein freiwilliges soziales Jahr machen möchte. Dem Südamerika-Trend vieler FSJler wollte ich allerdings aus dem Weg gehen, um zu helfen, muss ich schließlich nicht weit weg gehen und Osteuropa hat mich schon immer interessiert.** //Die Liste der Organisationen für ein freiwilliges soziales Jahr ist lang, warum hast du dich ausgerechnet für JEV entschieden?// **Ich war während der Schulzeit bei der J-GCL (Jugendverbände der Gemeinschaft Christlichen Lebens) aktiv und habe darüber von JEV gehört. Überzeugt hat mich dann die gute Betreuung, die auch sehr persönlich ist. Gut finde ich vor allem das Leben in Gemeinschaft, dass man nicht alleine wohnt.** //Das Leben in Gemeinschaft ist eine der vier so genannten Grundlinien bei JEV, die anderen heißen einfacher Lebensstil, gelebter Glaube und Einsatz für Gerechtigkeit. Lebst du diese Grundlinien wirklich oder ist das nur eine altmodische Struktur?// **Ich sehe die Grundlinien nicht als Zwang, sondern eher als Chance. Durch den einfachen Lebensstil finde ich einen viel besseren Zugang zur bosnischen Kultur und zu den Menschen dort. Dem Konflikt des Gerechtigkeitsgedankens begegne ich jeden Tag in dem muslimischen Kindergarten in dem ich arbeite. In unserer Kommunität sind wir zwei Katholiken, eine Evangelische und eine die nicht getauft ist. Der gelebte Glaube findet also automatisch in den Gesprächen und in der Auseinandersetzung unseres jeweiligen religiösen Hintergrundes statt.** //JEVs, Kommunitäten, Komm-Begleiter – ist es mit diesem Jargon nicht schwer deinen Freunden zu erklären was du machst?// **Ein wenig schon, es ist halt schwer ihnen zu erklären, warum wir uns nicht als WG, sondern als Kommunität bezeichnen und dass unser Betreuer dann Komm-Begleiter heißt. Nach außen ist JEV mit seiner Begrifflichkeit wohl eher befremdlich. Auf der anderen Seite ist es aber auch genau das was JEV ausmacht und was uns alle verbindet. Obwohl wir mit JEV alle in anderen Ländern waren haben wir durch diese Begrifflichkeit und den Rahmen der vier Grundlinien alle etwas gemeinsam und man kommt sofort ins Gespräch.** //Glaubst du, dass diese Gemeinsamkeit auch über die verschiedenen Generationen der „1000 JEV-Jahre “ gleich geblieben ist?// **Ich denke, dass die Grundmotivation der JEVler gleich geblieben ist. Wir alle wollen ein Jahr anders erleben, in dem die vier Leitlinien eine Grundlage sind. Was sich meiner Meinung nach geändert hat, ist, dass die Leitlinien jetzt anders gelebt werden. Über die 1000 JEV-Jahre hinweg hat sich das Programm an die heutige Zeit angepasst. Man geht zum Beispiel mit Religiosität und regelmäßigen Gottesdiensten etwas freier um. Die Freiwilligen können selbst entscheiden, wie sie ihr Jahr gestalten, bekommen aber durch die Leitlinien eine Richtung angeboten, in die man gehen kann.** //Luzia, was wünscht du JEV für die nächsten 1000 JEV-Jahre?// **Ich wünsche JEV, dass es so weiter geht und vor allem, dass noch viele Jugendliche diese Chance nach der Schule ergreifen.** Das Interview führte: Daniel Peitz