Rebekka T.

Rebekka T.

Timisoara aus dem Rückblick

[…] “Der Wind weht wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht woher er kommt und wohin er geht”.


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So stand es auf der Rückseite meines Förderkreisinfoflyers und auch jetzt kann ich mich mit diesem Zitat noch gut identifizieren, zurück- aber auch weiterblickend. Neben aller Offenheit und Neugierde verband ich doch einige Vorstellungen, Ideen und Ideale mit dem anstehenden Abenteuer als ich am elften September des letzten Jahres in einem überfüllten Bus zusammen mit meinen drei Kommmitgliedern Deutschland, meine Schulzeit und behütete Kindheit hinter mir ließ, gespannt auf das für mich noch unbekannte Rumänien.

Ich wollte dieses fremde Land kennen lernen, in eine neue Kultur eintauchen, dadurch einen neuen Blick bekommen, mit meiner Herkunft und Heimat anders konfrontiert werden. Ich erwartete viel von den 4 Grundlinien, in denen ich meine Ansprüche an mich selbst, eigene Ideen und Ideale wieder erkannte, eine große Chance mich auszuprobieren, meinen Lebensstil zu hinterfragen, anders zu leben, vor allem mich persönlich weiterzuentwickeln, zusammen mit meinen 3 Weggefährten zu wachsen. […]

Dieses Jahr wurde vor allem geprägt durch die Menschen, denen ich begegnet bin, nicht nur den Patienten im Hospiz oder meinen Besuchsdiensten, viele die ich in ihrem “normalen” Alltag kennen lernen durfte haben mir für die Zukunft vieles mitgegeben: meine Arbeitskolleginnen, die trotz der sehr einfachen Verhältnisse in denen sie leben oft so glücklich und zufrieden sind, die Ruhe und Gelassenheit der Marktfrauen, die beeindruckende Gastfreundschaft und Offenheit der Rumänen, denen wir auf unserer Reise begegnet sind, ihr Traditionsbewusstsein und ihre starke Verbundenheit mit der Familie. Das innere Strahlen, die Überzeugung und der Glaube mit dem die Franziskanerschwestern arbeiten und leben.

Am meisten gewachsen bin ich aber wohl mit meinen drei Kommkollegen. Ohne viele Auseinandersetzungen, angestrengtes Diskutieren, oder Streiten habe ich im täglichen miteinander Leben sehr viel von ihnen gelernt, über mich und für mich. Trotz unserer vielen Unterschiede sind wir für ein Jahr unseren Weg ein Stück gemeinsam gegangen, haben uns in unserer Individualität schätzen gelernt und mir wurde auch bewusst, dass es nicht immer tiefer, sinnreicher Gespräche bedarf um den anderen gut kennen zu lernen und bewusst und verantwortungsvoll zusammen zu leben, das vieles ohne viel Intention oder Kraftinvestition wie wunderbar gefügt funktioniert hat. Ich bin sehr, sehr dankbar für dieses Geschenk. […]

Rebekka T. war in Timisoara 2007/08 und hat dort u.a. im Hospiz gearbeitet

 
Zuletzt geändert: 13.12 2009